Fortpflanzungsmedizin in Deutschland. Individuelle Lebensentwürfe – Familie – Gesellschaft

Humboldt Carré, Behrenstraße 42, 10117 Berlin

Die Fortpflanzungsmedizin stellt immer mehr Handlungsmöglichkeiten bereit: Keimzellen und Embryonen können gespendet, über viele Jahre eingefroren und – in einigen Sonderfällen – sogar genetisch verändert werden. Mutterschaft wird in immer höherem Alter möglich und mögliche Elternrollen erfahren durch Keimzellspende und Leihmutterschaft eine Ausweitung.

Georg Griesinger · Universitäres Kinderwunschzentrum Lübeck, Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Zum Thema

Christiane Woopen · Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Die Fortpflanzungsmedizin stellt immer mehr Handlungsmöglichkeiten bereit: Keimzellen und Embryonen können gespendet, über viele Jahre eingefroren und – in einigen Sonderfällen – sogar genetisch verändert werden. Mutterschaft wird in immer höherem Alter möglich und mögliche Elternrollen erfahren durch Keimzellspende und Leihmutterschaft eine Ausweitung.

Während sich die rechtliche Grundlage in den letzten 20 Jahren in Deutschland kaum geändert hat, gibt es einen spürbaren gesellschaftlichen Wandel der Erwartungen, ob und wie Fortpflanzungstechnologien angewendet werden dürfen. Dabei fordert eine Betonung reproduktiver Autonomie traditionelle Werte und Vorstellungen über die Gestaltung und Bedeutung von Familie heraus. Das Verständnis von Familie wiederum hat Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Mit seiner Jahrestagung möchte der Ethikrat insbesondere die folgenden Fragen in den Blick nehmen:

  • Was bedeuten die Herausforderungen der modernen Fortpflanzungsmedizin für unser Verständnis von Selbstbestimmung, Familie und Gesellschaft?
  • Was spricht für und gegen sogenannte "Drei-Eltern-Babys", für deren Entstehung zusätzlich eine zweite Eizelle von einer anderen Frau verwendet wird, um bestimmte Erbkrankheiten zu vermeiden?
  • Welche individuellen und sozialen Probleme können sich bei einer Eizellspende oder Leihmutterschaft für die beteiligten Frauen, Kinder und Familien ergeben?
  • Wie viel individuelle Freiheit birgt die Möglichkeit, mithilfe eingefrorener Eizellen deutlich später noch schwanger werden zu können?
  • Welchen politischen Handlungsbedarf gibt es, um den Einsatz der Fortpflanzungsmedizin in Deutschland für die Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten?

Programm

Begrüßung
Christiane Woopen · Vorsitzende des Deutschen Ethikrates
Rede

I. Sachstand

Moderation:
Jochen Taupitz · Stv. Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Was kann die Medizin?
Georg Griesinger · Universitäres Kinderwunschzentrum Lübeck
Präsentation

Was erlaubt das Recht?
Dagmar Coester-Waltjen · Georg-August-Universität Göttingen
Referat

II. Ethische Kontroverse

Moderation:
Wolfgang Huber · Mitglied des Deutschen Ethikrates

Die Zukunft der Familie: Anthropologische Grundlagen und ethische Herausforderungen
Eberhard Schockenhoff · Mitglied des Deutschen Ethikrates
Referat

Fortpflanzungsmedizin und reproduktive Autonomie
Claudia Wiesemann · Mitglied des Deutschen Ethikrates
Präsentation

Diskussion mit dem Publikum

III. Foren

A – Eingriffe in die Keimbahn
Im Fokus: Vorkern- und Spindeltransfer bei mitochondrialen Erkrankungen

Moderation:
Wolf-Michael Catenhusen · Stv. Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Klaus Reinhardt · Eberhard Karls Universität Tübingen
Zum naturwissenschaftlich-medizinischen Sachstand
Präsentation

Karin Brosius · Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke
Zur Perspektive von Betroffenen
Präsentation

Alena Buyx · Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Zur gesellschaftlichen Debatte um "Drei-Eltern-Babys" in Großbritannien
Präsentation

B – Biologische und andere Eltern
Im Fokus: Eizellspende und Leihmutterschaft

Moderation:
Michael Wunder · Mitglied des Deutschen Ethikrates

Ulrike Riedel · Mitglied des Deutschen Ethikrates
Zu rechtlichen Problemen des "Fortpflanzungstourismus"
Präsentation

Sigrid Graumann · Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Zur Autonomie und Ausbeutung von Frauen
Präsentation

Marina Rupp · Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg
Zu "ungewöhnlichen Familien" als Herausforderung für die Gesellschaft
Präsentation

C – Zeitverschobene Elternschaft
Im Fokus: "Social Freezing"

Moderation:
Eckhard Nagel · Mitglied des Deutschen Ethikrates

Jörg Puchta · Kinderwunschzentrum an der Oper, München
Zum Verfahren in der Praxis
Präsentation

Almut Dorn · Praxis für gynäkologische Psychosomatik, Hamburg
Zu den Folgen für die Betroffenen
Präsentation

Andreas Bernard · Leuphana-Universität Lüneburg
Zu den Auswirkungen auf die Gesellschaft

IV. Konsequenzen

Moderation:
Burkhard Plemper · Journalist

Berichte aus den Foren
Forum A: Thomas Heinemann · Mitglied des Deutschen Ethikrates
Forum B: Herbert Mertin · Mitglied des Deutschen Ethikrates
Forum C: Peter Dabrock · Stv. Vorsitzender des Deutschen Ethikrates
Präsentation

Ergebnisse der öffentlichen Befragung
Katrin Amunts · Mitglied des Deutschen Ethikrates
Präsentation

Die Verantwortung der PolitikDiskussion mit Parlamentariern, Ratsmitgliedern und Publikum
Hubert Hüppe · CDU
Carola Reimann · SPD (Teilnahme abgesagt)
Harald Terpe · Bündnis 90/Die Grünen
Kathrin Vogler · Die Linke

Schlusswort
Christiane Woopen · Vorsitzende des Deutschen Ethikrates

Argumentkarten

Sollte die Eizellspende in Deutschland zulässig sein?

Jahrestagung 22.05.2014: Sollte die Eizellspende in Deutschland zulässig sein? (Argumentkarte)
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Sollte die Leihmutterschaft in Deutschland zulässig sein?

Jahrestagung 22.05.2014: Sollte die Leihmutterschaft in Deutschland zulässig sein? (Argumentkarte)
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Sollte Social Freezing in Deutschland zulässig sein?

Jahrestagung 22.05.2014: Sollte Social Freezing in Deutschland zulässig sein? (Argumentkarte)
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Sollten Vorkern- und Spindeltransfer bei mitochondrialen Erkrankungen in Deutschland zulässig sein?

Jahrestagung 22.05.2014: Sollten Vorkern- und Spindeltransfer bei mitochondrialen Erkrankungen in Deutschland zulässig sein? (Argumentkarte)
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