Eizellspende im Ausland – Konsequenzen im Inland

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Immer wieder nehmen Paare Angebote von Kliniken im Ausland wahr, um ihren Kinderwunsch mithilfe von Reproduktionstechnologien zu erfüllen, die in Deutschland verboten sind. Zu diesen gehört insbesondere die (anonyme) Eizellspende. Der Deutsche Ethikrat möchte mit seiner Veranstaltung die Probleme in den Blick nehmen, die aufgrund des sogenannten reproduktiven Reisens auftreten: für das Kind, das Paar, die Spenderin, für Ärzte und Beratungsfachkräfte. Im Fokus steht dabei die Situation der in Deutschland nach Eizellspende geborenen Kinder und ihrer Eltern.

Podiumsdiskussion (v.l.): Prof. Dr. Michi Knecht, Prof. Dr. Claudia Wiesemann, Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Dr. Susanne Lettow und Dr. Birgit Mayer-Lewis, Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Zum Thema

Immer wieder nehmen Paare Angebote von Kliniken im Ausland wahr, um ihren Kinderwunsch mithilfe von Reproduktionstechnologien zu erfüllen, die in Deutschland verboten sind. Zu diesen gehört insbesondere die (anonyme) Eizellspende. Der Deutsche Ethikrat möchte mit seiner Veranstaltung die Probleme in den Blick nehmen, die aufgrund des sogenannten reproduktiven Reisens auftreten: für das Kind, das Paar, die Spenderin, für Ärzte und Beratungsfachkräfte. Im Fokus steht dabei die Situation der in Deutschland nach Eizellspende geborenen Kinder und ihrer Eltern.

Da in vielen der Länder, in welche die Kinderwunschpaare reisen, die Eizellspenderinnen anonym sind, wird den so gezeugten Kinder die Wahrnehmung ihres Recht auf Wissen um die eigene Herkunft verwehrt. Zwar können die Eltern ihr Kind über die Art seiner Entstehung aufklären, müssen ihm aber zugleich die Bürde der Anonymität auferlegen, was in psychosozialer Hinsicht hoch problematisch ist.

Zunächst soll es darum gehen, das Problem zu beschreiben und dabei über Motive, Erwartungen und Wissensstand der Kinderwunschpaare ebenso aufzuklären wie über die entstehenden Familienkonstellationen und die unterschiedlichen Haltungen zu Anonymität in verschiedenen Ländern, die Situation der Spenderinnen und die psychosozialen Konsequenzen für Paare und Kinder.

Im Anschluss daran möchte der Deutsche Ethikrat mit Expertinnen aus Ethnologie, Pädagogik, Philosophie und Rechtswissenschaft diskutieren. Im Mittelpunkt wird die Frage stehen, wie ein ethisch angemessener Umgang mit dem Faktum der durch Eizellspende im Ausland in Deutschland entstehenden Familienkonstellationen aussehen kann und welche Möglichkeiten es gibt, die Situation für die Familien innerhalb des gegebenen rechtlichen Rahmens zu verbessern.

Programm

Begrüßung
Peter Dabrock · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates
Rede

Einführung
Wolfram Henn · Deutscher Ethikrat
Petra Thorn · Deutscher Ethikrat

Reproduktives Reisen und die Herstellung von Verwandtschaft
Michi Knecht · Universität Bremen
Präsentation

Lebensweltlicher Ansatz, individuelle Sicht der Problematik
Birgit Mayer-Lewis · Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Präsentation

Rückfragen aus dem Publikum
Audioprotokoll

Streitgespräch: Der ethisch angemessene Umgang mit den bestehenden Problemen
Susanne Lettow · Freie Universität Berlin
Claudia Wiesemann · Deutscher Ethikrat

Podiumsdiskussion
Michi Knecht · Universität Bremen
Birgit Mayer-Lewis · Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Susanne Lettow · Freie Universität Berlin
Claudia Wiesemann · Deutscher Ethikrat

Diskussion

Moderation
Andreas Lob-Hüdepohl · Deutscher Ethikrat

Schlusswort
Peter Dabrock · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates