Öffentliche Tagung des Deutschen Ethikrates und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Globale Wissenschaft – Globale Ethik?

Auditorium Friedrichstraße, Friedrichstraße 180, 10117 Berlin

Wissenschaft findet zunehmend global vernetzt in internationalen Forschungsverbünden statt. Dabei entfaltet nicht nur die Wissenschaft ihr Potenzial zur Globalisierung, sondern die Globalisierung fordert die Wissenschaft heraus. Unterschiedliche rechtliche Regulierungen und Standards sowie kulturelle Hintergründe sind für die Forscher kaum zu überschauen. Zudem treiben Global Player die Kommerzialisierung von Forschung voran.

Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, zu Gast beim Deutschen Ethikrat, Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Zum Thema

Wissenschaft findet zunehmend global vernetzt in internationalen Forschungsverbünden statt. Dabei entfaltet nicht nur die Wissenschaft ihr Potenzial zur Globalisierung, sondern die Globalisierung fordert die Wissenschaft heraus. Unterschiedliche rechtliche Regulierungen und Standards sowie kulturelle Hintergründe sind für die Forscher kaum zu überschauen. Zudem treiben Global Player die Kommerzialisierung von Forschung voran.

Der Deutsche Ethikrat möchte im Verlauf dieser gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina veranstalteten Tagung genauer beleuchten, welche besonderen Möglichkeiten und Herausforderungen sich durch die Globalisierung für die Wissenschaft ergeben und was dies für eine Globalisierung der Ethik bedeutet.

Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Kann es eine globale Ethik geben?
  • Ist es angesichts der kulturellen, sozialen und rechtlichen Vielfalt möglich, allgemeingültige ethische Prinzipien aufzustellen, für die eine kulturübergreifende Einigung gelingen kann?
  • Welche Grundlagen gibt es für international verbindliche Standards?
  • Eignet sich der in diesem Kontext vielfach unternommene Rekurs auf die Menschenrechte als Fundament für ein solches Unternehmen?
  • Welche Standards sind global zu fordern und welche können einzelnen Kulturen überlassen werden? Wer sollte diese Entscheidungen fällen?
  • Kann akademische Forschung angesichts der kommerziellen und technischen Macht von Global Playern noch mithalten und wie kann man sie unterstützen?

Nach einführenden Vorträgen sollen diese Fragen am Beispiel des Genome Editing und der klinischen Forschung am Menschen mit Experten aus Philosophie, Religionswissenschaft, Naturwissenschaft, Medizin und Völkerrecht diskutiert werden.

Programm

Begrüßung

Christiane Woopen · Vorsitzende des Deutschen Ethikrates

Jörg Hacker · Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

I. Grundlagen

Wissenschaft und Globalisierung

Moderation: Dieter Birnbacher · Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Wissenschaft ohne Grenzen – Herausforderungen einer globalisierten Forschung
Hans-Jörg Rheinberger · Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin

Die Verantwortung des Wissenschaftlers im globalen Wettbewerb
Wolfgang Huber · Humboldt-Universität zu Berlin

Globales Spiel mit Geld und Ideen. Forschung im Fokus der Global Player
Peter Ruppersberg · Ablacon, Blonay (Schweiz) / Calistoga, Kalifornien (USA)
Präsentation

Diskussion

Menschenrechte: Anspruch und Wirklichkeit

Moderation: Reinhard Merkel · Mitglied des Deutschen Ethikrates, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

"Frei und gleich an Würde und Rechten". Zum universalen Anspruch der Menschenrechte
Heiner Bielefeldt · Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Sind die Menschenrechte westlich?
Hans Joas · Humboldt-Universität zu Berlin

Diskussion

Forschungspolitik

Herausforderungen einer globalisierten Forschungspolitik
Johanna Wanka · Bundesministerin für Bildung und Forschung

II. Aktuelle Anwendungsfelder

Genome Editing beim Menschen

Moderation: Peter Dabrock · Stv. Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Naturwissenschaftlich-medizinischer Sachstand
Boris Fehse · Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Präsentation

Philosophische Überlegungen
Nicole C. Karafyllis · Technische Universität Braunschweig
Präsentation

Diskussion

Klinische Forschung am Menschen – Globale Regeln?

Moderation: Jochen Taupitz · Stv. Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Philosophische Grundlagen
Udo Schüklenk · Queen's University, Kingston, Ontario (Kanada)

Institutionelle Herausforderungen
Rita Schmutzler · Universitätsklinikum Köln
Präsentation

Diskussion

III. Globale Forschung – Lokale Verantwortung?

Podiumsdiskussion

Moderation: Kathrin Zinkant · Süddeutsche Zeitung, München

Friedrich Wilhelm Graf · Ludwig-Maximilians-Universität München
Heinz Riederer · Bundesverband der Deutschen Industrie, Berlin
Marcella Rietschel · Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Anja Seibert-Fohr · Georg-August-Universität Göttingen

Schlusswort
Christiane Woopen · Vorsitzende des Deutschen Ethikrates