Die Ernährung der Weltbevölkerung – eine ethische Herausforderung

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Leibniz-Saal, Markgrafenstr. 38, 10117 Berlin

Weltweit hungern mehr als eine Milliarde Menschen, täglich sterben Tausende Menschen an den Folgen von Unterernährung. Die Ursachen des Hungers sind vielfältig. Hierzu zählen unter anderem Klimaveränderungen, Umweltzerstörung, Kriege, Korruption, unfaire Handelsbedingungen, Armut sowie fehlende Eigentums- und Nutzungsrechte für den Boden.

Podiumsgespräch (v. l.): Prof. Dr. rer. pol. Bernhard Emunds · Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen, Kurt Gerhardt · Journalist und Mitinitiator des Bonner Aufrufs "Eine andere Entwicklungspolitik!“, Christiane Grefe · Die Zeit, Prof. Dr. Thomas Pogge · Yale-Universität, Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Zum Thema

Prof. Dr. iur. Edzard Schmidt-Jortzig · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Weltweit hungern mehr als eine Milliarde Menschen, täglich sterben Tausende Menschen an den Folgen von Unterernährung. Die Ursachen des Hungers sind vielfältig. Hierzu zählen unter anderem Klimaveränderungen, Umweltzerstörung, Kriege, Korruption, unfaire Handelsbedingungen, Armut sowie fehlende Eigentums- und Nutzungsrechte für den Boden.

Die Staatengemeinschaft hat auf dem Welternährungsgipfel 1996 in Rom einen Aktionsplan verabschiedet, der vorsieht, die Zahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 weltweit um die Hälfte zu reduzieren. Dieses Ziel wurde im Rahmen mehrerer Folgekonferenzen und insbesondere in der Milleniumserklärung der Vereinten Nationen im Jahr 2000 bekräftigt. Doch um diese Vorgabe zu erreichen, bedarf es eines weit größeren Engagements als bisher. Im Kampf gegen den Hunger stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Was sind die Ursachen des Hungers und wie lassen sie sich beseitigen?
  • Wie können die landwirtschaftlichen Potenziale in den Entwicklungsländern besser genutzt werden?
  • Wie können die Industrieländer in die Pflicht genommen werden?
  • Welchen Beitrag können die Verbraucher in den Industrieländern leisten?
  • Wie kann das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig umgesetzt werden?
  • Wie können faire Handelsbedingungen gestaltet werden?

Mit Vorträgen aus Wissenschaft und Praxis möchte der Deutsche Ethikrat im Rahmen seiner Jahrestagung auf diese Fragen eingehen. Anhand positiver Beispiele zur Verbesserung der Ernährungssituation in Entwicklungsländern sollen Möglichkeiten zur Veränderung aufgezeigt werden. Ziel ist es, insbesondere die ethische Dimension des Problems der Welternährung in den Blick zu nehmen und hieraus Handlungsoptionen abzuleiten.

Programm

Begrüßung
Prof. Dr. iur. Edzard Schmidt-Jortzig · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

I. Gefährdungen

Welternährung: Fakten – Entwicklungstrends - Handlungsnotwendigkeiten
Moderation: Prof. Dr. theol. Eberhard Schockenhoff · Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Einführungsvortrag: Nahrungssicherheit in einer Welt unter Stress – wie soll’s weitergehen?
Dr. sc. nat. Ing. Agr. Hans Rudolf Herren · Millennium Institute, Arlington (Virginia), USA
Präsentation

Podiumsgespräch: Ernährungssicherung und Ernährungssicherheit als ethische Herausforderung
Prof. Dr. rer. pol. Bernhard Emunds · Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt am Main
Kurt Gerhardt · Journalist und Mitinitiator des Bonner Aufrufs "Eine andere Entwicklungspolitik!“, Köln
Prof. Dr. Thomas Pogge · Yale-Universität, New Haven (Connecticut), USA
Präsentation

Moderation: Christiane Grefe · Die Zeit, Berlin

II. Ermutigungen 

Praktische Ansätze für die Bewältigung des Hunger- und Armutsproblems
Moderation: Prof. Dr. rer. nat. Regine Kollek · Mitglied des Deutschen Ethikrates

1.) Armutsorientierung

Armutsorientierung – Orientierung an Bedürfnissen, Rechten und Potenzialen der Armen
Cornelia Füllkrug-Weitzel · Brot für die Welt, Stuttgart

Projektbeispiel: Förderung diversifizierter Landwirtschaft und selbstbestimmter Ernährungskultur in lokaler Initiative
Dr. rer. soc. Martin Bröckelmann-Simon · Misereor e. V., Aachen
Präsentation

2.) Die Rolle von Frauen in Landwirtschaft und Ernährung

Ein Stück Erde für jede Frau – innovative Wege zur Armutsbekämpfung und Entwicklung im ländlichen Raum
Prof. Dr. h. c. Christa Randzio-Plath · Marie-Schlei-Verein e. V., Hamburg

Projektbeispiel: Health per Acre – Women’s Knowledge for Food and Nutritional Security
Dr. Vandana Shiva · Navdanya, Neu-Delhi, Indien

3.) Nachhaltigkeit

Partizipation und lokales Wissen als tragende Elemente der Nachhaltigkeit von Projekten
Prof. Dr. rer. pol. Dr. h. c. Franz Heidhues · Universität Hohenheim, Stuttgart
Präsentation

Projektbeispiel: Wasser speichern für Dürrezeiten
Jörg Heinrich · Welthungerhilfe e. V., Bonn
Präsentation

III. Perspektiven

Welthunger – global denken – lokal handeln
Moderation: Prof. Dr. theol. Dr. h. c. Wolfgang Huber · Mitglied des Deutschen Ethikrates

Podiumsdiskussion
Hans-Jürgen Beerfeltz · Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Berlin
Dr. sc. nat. Ing. Agr. Hans Rudolf Herren · Millennium Institute, Arlington (Virginia), USA
Robin Roth · GEPA - The Fair Trade Company, Wuppertal
Dr. Vandana Shiva · Navdanya, Neu-Delhi, Indien