Forum Bioethik

Synthetische Biologie – Leben aus dem Baukasten?

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Das neue Forschungsfeld der Synthetischen Biologie zieht mit Schlagzeilen über „künstliche Zellen“, „lebendige Maschinen“ und „BioBausteine“ viel Aufmerksamkeit auf sich. Doch was steckt hinter diesen Metaphern?

Zum Thema

Das neue Forschungsfeld der Synthetischen Biologie zieht mit Schlagzeilen über „künstliche Zellen“, „lebendige Maschinen“ und „BioBausteine“ viel Aufmerksamkeit auf sich. Doch was steckt hinter diesen Metaphern?

Mithilfe von präzise definierten genetischen Bausteinen versuchen Forscher, Lebewesen anhand ingenieurswissenschaftlicher Prinzipien von Grund auf maßgeschneidert zusammenzusetzen. Auch die Entwicklung künstlicher Biomoleküle gehört zu den Interessen der Synthetischen Biologie. Ziel ist die Erschaffung von Mikroorganismen, die für den Menschen nützliche biologische Funktionen, z. B. die Herstellung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe, besonders zuverlässig und überschaubar ausführen.

Während die Synthetische Biologie einerseits als konsequente Weiterentwicklung konventioneller Bio- und Gentechnologie erscheint und ähnliche Sicherheitsbedenken hervorruft, stellt sich andererseits die Frage, ob sie durch ihren Anspruch, neuartiges Leben zu erschaffen, nicht auch neue bioethische Herausforderungen mit sich bringtDer Deutsche Ethikrat möchte mit seiner Veranstaltung insbesondere folgende Aspekte in den Blick nehmen:

  • Überschreitet der Mensch mit seinen Eingriffen in die grundlegenden Baupläne des Lebens ethische Grenzen? - „Spielen wir Gott“?
  • Wirft die Möglichkeit der Erschaffung und Kontrollierbarkeit von „künstlichem Leben“ durch den Menschen neue Fragen auf, was genau wir unter Leben verstehen und wie wir damit umgehen?
  • Welche Auswirkungen könnte der von der Synthetischen Biologie beförderte Eindruck einer unbegrenzten menschlichen Schöpfungskraft im Umgang mit Leben auf unser Selbstverständnis haben?

Der Deutsche Ethikrat möchte diese Fragen in den Mittelpunkt seiner Veranstaltung stellen und diskutieren, ob die Synthetische Biologie eine qualitativ neue Stufe des Eingriffs in das Leben erreicht und welche Konsequenzen dies für unser Lebens- und Menschenbild haben könnte. Prof. Dr. Bärbel Friedrich wird in einem Einführungsvortrag die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Synthetischen Biologie vorstellen und auch auf die Sicherheitsaspekte dieser Forschung eingehen. In der anschließenden Podiumsrunde nehmen PD Dr. Andreas Brenner und Prof. Dr. Peter Dabrock gemeinsam mit den Ethikratsmitgliedern Prof. Dr. Volker Gerhardt und Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff die Synthetische Biologie aus der philosophischen und theologischen Perspektive in den Blick. Ratsmitglied Wolf-Michael Catenhusen moderiert die Veranstaltung.

Programm

Begrüßung
Prof. Dr. iur. Edzard-Schmidt-Jortzig
Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Einleitung
Wolf-Michael Catenhusen, Staatssekretär a. D.

Vortrag
Prof. Dr. rer. nat. Bärbel Friedrich
Institut für Biologie/Mikrobiologie, Humboldt-Universität zu Berlin und Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

Podium

Prof. Dr. rer. nat. Bärbel Friedrich
Institut für Biologie/Mikrobiologie, Humboldt-Universität zu Berlin und Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

PD Dr. phil. Andreas Brenner
Philosophisches Seminar, Universität Basel, Schweiz

Prof. Dr. theol. Peter Dabrock
Fachbereich Evangelische Theologie, Philipps-Universität Marburg

Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Volker Gerhardt
Institut für Philosophie, Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. theol. Eberhard Schockenhoff
Institut für Systematische Theologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Moderation:
Wolf-Michael Catenhusen, Staatssekretär a. D. 

Schlusswort
Wolf-Michael Catenhusen, Staatssekretär a. D.