Forum Bioethik

Menschenrecht auf Gesundheit und Patentschutz – ein Widerspruch? Der Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten in Entwicklungs- und Schwellenländern

Café Moskau, Karl-Marx-Allee 34, 10178 Berlin

Die pharmazeutischen Unternehmen konzentrieren sich oftmals auf die Erforschung von Medikamenten, die in den industrialisierten Ländern gewinnbringend vermarktet werden können. Der Patentschutz auf Medikamente kann dabei als Anreiz dienen, neue Wirkstoffe zu entwickeln. Neue unentbehrliche und lebensrettende Medikamente sind für die Menschen und Gesundheitssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern meist jedoch unerschwinglich, sodass ihnen der Zugang verwehrt ist. Gesundheit wird für sie zur Kostenfrage.

Diskussion mit dem Publikum, Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Zum Thema

Schwere Infektionskrankheiten, die vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern auftreten, machen insgesamt zehn Prozent der Weltkrankheitslast aus.

Die pharmazeutischen Unternehmen konzentrieren sich oftmals auf die Erforschung von Medikamenten, die in den industrialisierten Ländern gewinnbringend vermarktet werden können. Der Patentschutz auf Medikamente kann dabei als Anreiz dienen, neue Wirkstoffe zu entwickeln. Neue unentbehrliche und lebensrettende Medikamente sind für die Menschen und Gesundheitssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern meist jedoch unerschwinglich, sodass ihnen der Zugang verwehrt ist. Gesundheit wird für sie zur Kostenfrage.

Der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich im Rahmen seiner Veranstaltung mit dem Spannungsverhältnis zwischen dem Menschenrecht auf Gesundheit und dem Patentschutz als Instrument des Anreizes bei der Entwicklung von Medikamenten zunächst aus ethischer und völkerrechtlicher Perspektive. Davon ausgehend, werden mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, von Nichtregierungsorganisationen und Pharmaunternehmen folgende Fragen diskutiert:

  • Sind Patente für die Sicherung der Medikamentenentwicklung erforderlich?
  • Wie können Medikamente unter Berücksichtigung des Menschenrechts auf Gesundheit und des Patentschutzes für alle Menschen gerecht zur Verfügung gestellt werden?
  • Welche Verpflichtung haben Pharmaunternehmen, die einzelnen Staaten und zwischenstaatliche Organisationen zur Bereitstellung von unentbehrlichen Medikamenten in Entwicklungs- und Schwellenländern?
  • Welche Möglichkeiten gibt es in der Bundesrepublik Deutschland, im Rahmen der öffentlich finanzierten Gesundheitsforschung auf die Entwicklung von Medikamenten für Entwicklungsländer hinzuwirken?

Begrüßung
Prof. Dr. med. Christiane Woopen · Vorsitzende des Deutschen Ethikrates

Der Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten in Schwellen- und Entwicklungsländern – ein Menschenrecht?

Vorträge mit anschließender Podiumsdiskussion

Dr. iur. Holger P. Hestermeyer, LL.M. (Berkeley) · Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg
Präsentation

Prof. Dr. Albrecht Jahn · Universität Heidelberg
Präsentation

Prof. Dr. phil. Corinna Mieth · Ruhr-Universität Bochum

Moderation:
Prof. Dr. iur. Silja Vöneky · Mitglied des Deutschen Ethikrates

Forschung und Patentrecht bei unentbehrlichen Medikamenten – Müssen wir auch in Deutschland neue Wege gehen?

Streitgespräch

Dr. med. Helge Braun · Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung
Dr. med. Cornelius Erbe · Verband Forschender Arzneimittelhersteller
Dr. med. Christiane Fischer · BUKO Pharma-Kampagne, Mitglied des Deutschen Ethikrates

Moderation:
Wolf-Michael Catenhusen · Stellvertetender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Diskussion mit dem Publikum

Moderation:
Wolf-Michael Catenhusen · Stellvertetender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates