Menschen mit Behinderung – Herausforderungen für das Krankenhaus

Tagungszentrum Kardinal Wendel Haus, Vortragssaal, Mandlstraße 23, 80802 München

Menschen mit Behinderung brauchen bei einem stationären Krankenhausaufenthalt eine Pflege und Behandlung, die besondere Anforderungen an das Klinikpersonal stellt. Diagnose, Therapie und Pflege sind mit zusätzlichem Aufwand und Erschwernissen verbunden. Zwischen den konkret zu behandelnden Krankheitssymptomen und der Behinderung treten mitunter Wechselwirkungen auf, die die Diagnosestellung erschweren. Hinzu kommt, dass das Pflegepersonal oft nicht auf die speziellen körperlichen sowie emotionalen Bedürfnisse der Patienten eingestellt ist, die je nach Art ihrer Behinderung Hilfestellungen benötigen oder auf die Einbeziehung einer vertrauten Bezugsperson angewiesen sind.

Podiumsdiskussion (v. l.): Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Michael Wunder, Peter Radtke, Inge Richter und Jeanne Nicklas-Faust, Deutscher Ethikrat, Fotografin: Bettina Lindenberg

Zum Thema

Menschen mit Behinderung brauchen bei einem stationären Krankenhausaufenthalt eine Pflege und Behandlung, die besondere Anforderungen an das Klinikpersonal stellt. Diagnose, Therapie und Pflege sind mit zusätzlichem Aufwand und Erschwernissen verbunden. Zwischen den konkret zu behandelnden Krankheitssymptomen und der Behinderung treten mitunter Wechselwirkungen auf, die die Diagnosestellung erschweren. Hinzu kommt, dass das Pflegepersonal oft nicht auf die speziellen körperlichen sowie emotionalen Bedürfnisse der Patienten eingestellt ist, die je nach Art ihrer Behinderung Hilfestellungen benötigen oder auf die Einbeziehung einer vertrauten Bezugsperson angewiesen sind.

Es gibt zahlreiche Hinweise auf die nicht adäquate Versorgung von Patienten mit Behinderung während ihres Krankenhausaufenthalts. Fachverbände und Organisationen der Behindertenhilfe haben diese Problematik immer wieder in den gesundheitspolitischen Diskurs getragen. Dennoch ist Deutschland noch weit davon entfernt, Menschen mit Behinderungen eine angemessene Teilhabe am Gesundheitssystem zu ermöglichen, wie dies in Artikel 25 der UN-Behindertenkonvention verankert ist. Das Problem ist nicht allein mit barrierefreien Zugängen zu lösen, sondern erfordert, die Struktur und Organisation des Krankenhausbetriebs insgesamt in den Blick zu nehmen.

Der Deutsche Ethikrat möchte die Öffentlichkeit über die aktuelle Debatte informieren und mit Referenten, Betroffenen und dem Publikum in einen praxisorientierten Dialog treten. Er möchte zum einen die Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven erörtern und konkretisieren. Zum anderen werden bereits existierende und gut funktionierende Modelle, wie etwa sozialpädiatrische Zentren, vorgestellt und praktikable Lösungen entwickelt. 

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung:

  • Inwiefern stehen die Rahmenbedingungen in einer Klinik den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung entgegen?
  • Welche Standards der Versorgung und Behandlung sind erforderlich?
  • Welche Beispiele guter Praxis gibt es?
  • Inwieweit lassen sich die Probleme auch auf andere Patientengruppen im Krankenhaus übertragen?

Programm

Begrüßung und Einführung
Christiane Woopen · Vorsitzende des Deutschen Ethikrates
Irmgard Badura · Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung
Michael Wunder · Mitglied des Deutschen Ethikrates
Einleitungsstatement

Menschen mit Mehrfachbehinderungen – gut versorgt im Krankenhaus?
Helmut Budroni · Universität Witten/Herdecke

Berichte aus der Praxis und Fragen aus dem Publikum
Toni Angilotti · Klinikum Fürstenfeldbruck
Natascha Belger · Sozialpädagogin
Hans Brunner · Stiftung Pfennigparade
Moderation:
Peter Radtke · Mitglied des Deutschen Ethikrates

Podiumsdiskussion: Probleme und Lösungsansätze – worauf kommt es an?
Jeanne Nicklas-Faust · Bundesvereinigung Lebenshilfe
Inge Richter · Klinikum Erlangen
Elisabeth Steinhagen-Thiessen · Charité – Universitätsmedizin Berlin
Michael Wunder · Beratungszentrum Alsterdorf
Moderation:
Peter Radtke · Mitglied des Deutschen Ethikrates

Diskussion mit dem Publikum

Schlusswort
Christiane Woopen · Vorsitzende des Deutschen Ethikrates