Forum Bioethik

Die Medizin nimmt’s persönlich. Möglichkeiten und Grenzen der Individualisierung von Diagnose und Therapie

Bayerische Vertretung in Berlin, Halle Bayern, Behrenstraße 21-22, 10117 Berlin

Menschen reagieren unterschiedlich auf Medikamente, auch wenn deren Wirksamkeit und Sicherheit in klinischen Studien zuvor nachgewiesen wurden. Die „personalisierte“ Medizin will diese Unterschiede erfassen und bei der Behandlung und Prognose von Krankheiten berücksichtigen. Auf diese Weise sollen Therapien an die individuellen, teilweise genetisch bedingten Merkmale der Krankheit angepasst und eine effektive Behandlung ermöglicht werden.

Zum Thema

Menschen reagieren unterschiedlich auf Medikamente, auch wenn deren Wirksamkeit und Sicherheit in klinischen Studien zuvor nachgewiesen wurden. Die „personalisierte“ Medizin will diese Unterschiede erfassen und bei der Behandlung und Prognose von Krankheiten berücksichtigen. Auf diese Weise sollen Therapien an die individuellen, teilweise genetisch bedingten Merkmale der Krankheit angepasst und eine effektive Behandlung ermöglicht werden.

Die Erwartungen sind groß. Patienten erhoffen sich gesundheitliche Vorteile von einer maßgeschneiderten Medizin; Ärzte und Krankenkassen erwarten, durch diagnostische Tests die Vergabe unpassender Medikamente vermeiden sowie Nebenwirkungen und Kosten reduzieren zu können.

Doch die Idee einer individualisierten Medizin ist nicht unumstritten:

  • Wie viel besser kann eine auf molekulardiagnostischen Tests basierende Therapie sein? 
  • Sind die Kosten solch einer Individualisierung gerechtfertigt, und wer soll sie tragen? 
  • Welche Motivation hat die Pharma-Industrie zur Entwicklung einer personalisierbaren Medizin?

Prof. Dr. Friedemann Horn vom Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Leipzig wird in seinem Vortrag in die wissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen und die technischen Möglichkeiten der personalisierten Medizin einführen. Prof. Dr. Norbert W. Paul vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Mainz wird die ethischen Fragen des Themas vorstellen und zur anschließenden Podiumsdiskussion überleiten. Auf dem Podium treffen Prof. Horn und Prof. Paul auf die Kölner Buchautorin und Journalistin Sibylle Herbert, die sich in zahlreichen Beiträgen mit der Patientenperspektive der personalisierten Medizin befasst hat, sowie auf Prof. Dr. Klaus Lindpaintner von den Roche Molecular Medicine Laboratories in Basel, der sich aus dem Blickwinkel eines Pharma-Unternehmens zu diesem Thema äußern wird.

Durch die Veranstaltung führt Prof. Dr. Regine Kollek, Mitglied des Deutschen Ethikrates.

Programm

Begrüßung

Prof. Dr. jur. Edzard Schmidt-Jortzig
Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Einführung und Moderation

Prof. Dr. rer. nat. Regine Kollek
Mitglied des Deutschen Ethikrates

Vortrag

Prof. Dr. rer. nat. Friedemann Horn
Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin,
Universität Leipzig
Präsentation

Moderation

Prof. Dr. rer. nat. Regine Kollek
Mitglied des Deutschen Ethikrates

Vortrag

Prof. Dr. rer. medic. Norbert W. Paul
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin,
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Präsentation

Podium

Sibylle Herbert
Buchautorin und Journalistin, Köln

Prof. Dr. Klaus Lindpaintner, MD, MPH,
Roche Molecular Medicine Laboratories, Basel

Prof. Dr. rer. nat. Friedemann Horn
Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin,
Universität Leipzig

Prof. Dr. rer. medic. Norbert W. Paul
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin,
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Moderation
Prof. Dr. rer. nat. Regine Kollek
Mitglied des Deutschen Ethikrates