Anhörung

Zur Situation von Menschen mit Intersexualität in Deutschland

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Der Deutsche Ethikrat erarbeitet derzeit im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme zur Situation von Menschen mit Intersexualität in Deutschland. Ziel der Stellungnahme ist es, die Situation und die Herausforderungen für Menschen mit Intersexualität differenziert aufzuarbeiten. In einem mehrstufigen Diskursverfahren möchte der Ethikrat den Dialog mit Betroffenen und ihren Selbsthilfeorganisationen sowie Sachverständigen fortsetzen, den er mit seiner öffentlichen Veranstaltung "Intersexualität - Leben zwischen den Geschlechtern" bereits im Juni 2010 aufgenommen hatte.

Dr. iur. Angela Kolbe · Preisträgerin des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung, Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Zum Thema

Der Deutsche Ethikrat erarbeitet derzeit im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme zur Situation von Menschen mit Intersexualität in Deutschland. Ziel der Stellungnahme ist es, die Situation und die Herausforderungen für Menschen mit Intersexualität differenziert aufzuarbeiten. In einem mehrstufigen Diskursverfahren möchte der Ethikrat den Dialog mit Betroffenen und ihren Selbsthilfeorganisationen sowie Sachverständigen fortsetzen, den er mit seiner öffentlichen Veranstaltung Intersexualität - Leben zwischen den Geschlechtern bereits im Juni 2010 aufgenommen hatte.

Vor diesem Hintergrund hat der Deutsche Ethikrat am 2. Mai 2011 in einem ersten Schritt eine Befragung von Menschen mit Intersexualität gestartet, an der sich alle Betroffenen beteiligen können. Diese Befragung läuft bis zum 19. Juni 2011. 
Ergänzend zu dieser Befragung von Betroffenen hat der Ethikrat Ärzte, Therapeuten, Sozialwissenschaftler und Juristen mit einschlägiger Expertise um eine schriftliche Stellungnahme gebeten.

Als zweiter Schritt zur Erarbeitung der Stellungnahme ist eine öffentliche Anhörung vorgesehen, zu der Menschen mit Intersexualität und Experten verschiedener Fachrichtungen eingeladen wurden.

Im Anschluss an diese Anhörung plant der Ethikrat in einem dritten Schritt, einen Online-Diskurs abzuhalten, um nicht nur weitere wichtige Informationen zu gewinnen, sondern auch einen wechselseitigen Austausch von Betroffenen und Experten in Gang zu setzen. Auf diese Weise möchte der Deutsche Ethikrat eine solide empirische Basis für seine Stellungnahme schaffen. Sie sind herzlich eingeladen, an diesem Diskurs teilzunehmen.

Programm

Begrüßung
Dipl.-Psych. Dr. phil. Michael Wunder · Mitglied des Deutschen Ethikrates

Forum 1: Medizinische Behandlung, Indikation, Einwilligung

Prof. Dr. phil. Hertha Richter-Appelt · Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Statement

Prof. Dr. med. Paul Martin Holterhus · Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Statement

Lucie Veith · Intersexuelle Menschen e. V.
Statement

Diana Hartmann

Bianca Claße · AGS-Eltern- und Patienteninitiative e. V.
Statement

Julia Marie Kriegler · Elterngruppe der XY-Frauen
Statement

Dr. iur. Sonja Rothärmel · Zentrum für Bio-, Gesundheits- und Medizinrecht, Universität Augsburg
Statement

Christiane Völling
Statement

Befragung durch den Ethikrat und der Sachverständigen untereinander

Fragen und Beiträge aus dem Publikum, vermittelt über Publikumsanwälte

Forum 2: Lebensqualität, gesellschaftliche Situation und Perspektiven von Menschen mit Intersexualität

Dr. iur. Angela Kolbe · Preisträgerin des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung
Statement

PD Dr. phil. Michael Groneberg · Philosophische Fakultät, Universität Lausanne
Statement

Ins A Kromminga · Internationale Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen
Statement

Daniela Truffer · Zwischengeschlecht.org
Statement

Dr. phil. Dipl.-Psych. Katinka Schweizer, MSc · Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Statement

Befragung durch den Ethikrat und der Sachverständigen untereinander

Fragen und Beiträge aus dem Publikum, vermittelt über Publikumsanwälte

Schlusswort und Verabschiedung
Prof. Dr. iur. Edzard Schmidt-Jortzig · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates