Öffentliche Anhörung

Praxis der Präimplantationsdiagnostik im europäischen Vergleich

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Seit der Bundesgerichtshof im Juli 2010 einen Reproduktionsmediziner freigesprochen hat, der Embryonen im Zuge einer künstlichen Befruchtung genetisch untersucht hatte, wird in Deutschland diskutiert, ob Gentests an künstlich befruchteten Embryonen zukünftig verboten oder anderweitig reguliert werden sollen. Zuvor war eine solche Präimplantationsdiagnostik (PID) bereits als durch das Embryonenschutzgesetz verboten betrachtet worden.

In der abschließenden Diskussionsrunde beantworteten die Sachverständigen die Fragen der Ethikratsmitglieder und der anwesenden Mitglieder des Deutschen Bundestages. Deutscher Ethikrat, Fotograf: Reiner Zensen

Zum Thema

Seit der Bundesgerichtshof im Juli 2010 einen Reproduktionsmediziner freigesprochen hat, der Embryonen im Zuge einer künstlichen Befruchtung genetisch untersucht hatte, wird in Deutschland diskutiert, ob Gentests an künstlich befruchteten Embryonen zukünftig verboten oder anderweitig reguliert werden sollen. Zuvor war eine solche Präimplantationsdiagnostik (PID) bereits als durch das Embryonenschutzgesetz verboten betrachtet worden.

Der Deutsche Ethikrat arbeitet derzeit an einer Stellungnahme zur PID und veranstaltet in diesem Zusammenhang am 16. Dezember 2010 von 13:30 bis 17:30 Uhr eine öffentliche Anhörung mit internationalen Experten, um sich ein aktuelles Bild über die neuesten Entwicklungen der PID-Technologien und die Erfahrungen mit der Regulierung der PID in Ländern, in denen sie zugelassen ist, zu verschaffen.

Aus Belgien, Großbritannien und Frankreich werden Paul Devroey vom Zentrum für Reproduktionsmedizin am Universitätskrankenhaus Brüssel, Emily Jackson von der Human Fertilisation and Embryology Authority und Patrick Gaudray vom französischen Ethikrat CCNE darüber berichten, wie die PID in ihren Ländern reguliert und angewendet wird, wie über den Anwendungsbereich entschieden wird und welche Erfahrungen es mit ihrem jeweiligen Modell gibt. Luca Gianaroli, der Vorsitzende der Europäischen Gesellschaft für Fortpflanzungsmedizin (ESHRE), wird über aktuelle technische und medizinische Entwicklungen auf dem Gebiet von Embryonentests berichten und deren wahrscheinliche Auswirkungen auf die künftig zu erwartende Nachfrage und Anwendung solcher Tests analysieren.

Programm

Begrüßung
Prof. Dr. iur. Edzard Schmidt-Jortzig, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Wolf-Michael Catenhusen, Mitglied des Deutschen Ethikrates

Thematische Einführung
Dr. Luca Gianaroli, Vorsitzender der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE)
Präsentation

Erste Fragerunde
Moderation: Wolf-Michael Catenhusen, Mitglied des Deutschen Ethikrates

Beiträge der externen Sachverständigen
Prof. Dr. Paul Devroey, Zentrum für Reproduktionsmedizin am Universitätskrankenhaus Brüssel
Präsentation

Prof. Dr. Emily Jackson, Vizevorsitzende der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA)
Präsentation

Prof. Dr. Patrick Gaudray, Mitglied des Comité Consultatif National d’Ethique (CCNE)
Präsentation

Zweite Fragerunde
Moderation: Wolf-Michael Catenhusen, Mitglied des Deutschen Ethikrates