Wie schützen wir Kinder und Jugendliche im Internet? Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat den Deutschen Ethikrat im Oktober 2025 in einem Brief darum gebeten, die aktuelle Diskussion zu den Auswirkungen sozialer Medien auf Jugendliche in einen grundlegenden ethischen Kontext einzubetten.
Die Lage ist komplex. Angesichts jugendgefährdender Inhalte und den befürchteten gesundheitlichen Risiken intensiver Sozialer-Medien-Nutzung werden auch in Deutschland altersgestaffelte Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Angeboten und weitere Maßnahmen erwogen, um Minderjährige besser zu schützen. Doch viele Ansätze bringen eigene Herausforderungen mit sich, insbesondere mit Blick auf gleichermaßen wirksame wie nebenwirkungsarme Lösungen für eine Altersbestimmung. Ein Verbot sozialer Medien für Minderjährige birgt zudem Teilhabeprobleme und adressiert nicht die Risiken anderer digitaler Angebote wie Onlinespiele oder KI-Chatbots.
Bei allen Fragen in der aktuellen Diskussion müssen Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen im Internet berücksichtigt und gegeneinander abgewogen werden. Zu diesem ethischen Spannungsfeld erarbeitet der Deutsche Ethikrat derzeit eine Ad-hoc-Empfehlung.