Suizid

Der Umgang mit den verschiedenen Ausprägungen von Suizidalität gehört seit jeher zu den meistdiskutierten ethischen Problemen. Auch der Deutsche Ethikrat hat sich 2014 und 2017 in Form von zwei Ad-hoc-Empfehlungen mit einigen Aspekten dieser Thematik befasst. Dabei stand zum einen die Regulierung der Suizidbeihilfe sowie zum anderen die Suizidprävention im Vordergrund. Anlässlich des Bundesverfassungsgerichtsurteils vom 26. Februar 2020, mit dem das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (§ 217 StGB) für verfassungswidrig erklärt wurde, ist die Debatte nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der breiteren Öffentlichkeit neu entfacht. Kritiker des Urteils werfen diesem unter anderem vor, den Lebensschutz zugunsten eines Ideals der freien Selbstbestimmung zu vernachlässigen, das grundsätzlich fragwürdig und auf eine Vielzahl suizidaler Taten nicht anwendbar sei.

Vor diesem Hintergrund möchte die Arbeitsgruppe „Suizid“ einen Beitrag zur Differenzierung der Debattenlage leisten und die verschiedenen Kategorien und Konstellationen von Sterbe- und Selbsttötungswünschen sowie ihre Einbettung in das komplexe Phänomen der Suizidalität untersuchen. Ausgehend von einer Klärung des Verhältnisses zentraler Begriffe wie Freiheit, Autonomie, Selbstbestimmung und Verantwortung soll zudem herausgearbeitet werden, unter welchen Voraussetzungen ein Suizid als freiverantwortlich anzusehen ist und wie dies gegebenenfalls operationalisiert werden kann.


Arbeitsgruppe

  • Steffen Augsberg
  • Petra Bahr
  • Franz-Josef Bormann
  • Helmut Frister (Sprecher)
  • Elisabeth Gräb-Schmidt
  • Andreas Kruse
  • Volker Lipp
  • Andreas Lob-Hüdepohl (stellvertretender Sprecher)
  • Annette Riedel
  • Stephan Rixen
  • Frauke Rostalski

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